Sinnvolle Beschäftigung
Jede Hunderasse ist vom Menschen auf eine bestimmte Aufgabe hin gezüchtet worden. Dies kann sein für die Jagd (Stöber-, Lauf-, Vorsteh-, Schweiss- und Apportierhunde), zur Bewachung von Haus, Hof und Nutztieren (Hütehunde) als Begleiter für den Menschen (Gesellschafts- und Begleithunde), Schlittenhunde, Schäfer- und Treibhunde.
Wer einen Hund als Begleiter in seine Familie aufnimmt, sollte sich den genetischen Anlagen seines Hundefreundes bewusst sein. Auch bei Mischlingshunden ist es ein grosser Vorteil, wenn man die „Vermischung“ der Hunderassen kennt.
Ein Hund sollte seinen genetischen Anlagen gerecht beschäftigt werden können. Damit ist bereits der Grundstein für ein glückliches und harmonisches Zusammenleben gelegt. Ein Hund, welcher seine Anlagen ausleben darf, wird Ausgeglichenheit finden. Im Buch von Sabine Middelhaufe „Jagdhund ohne Jagdschein“ ist dieser Grundsatz anschaulich beschrieben und kann anhand des Beispiels Jagdhund auch auf andere Hunderassen umgesetzt werden, ihren Anlagen entsprechend.
Wenn man nicht gerade einen Hund aus einer Leistungszucht auswählt, kann man durchaus Alternativen anbieten. Schwieriger wird es bei Rassen wie z.B. Schlittenhunden oder Border Collies, für welche das Ziehen der Schlitten oder das Zusammentreiben von Schafen zur Lebensaufgabe gehört. Solchen Rassen kann man m.E. nicht mit Hundesport wie Agility (was sowieso eine Erfindung des Menschen für Hund ist) gerecht werden. Solche Hunde sind nicht als Familienhunde geeignet und enden oft als „seelische Krüppel“.
Etwas was aber ausnahmslos alle Hunderassen haben, ist eine ausgezeichnete funktionierende Nase. Ich habe noch keinen Hund erlebt, welcher seine Nase nicht gerne einsetzt, sei dies auf seinem täglichen Spaziergang oder bei Nasenspielen. Wichtig ist es, dass es Nasenspiele sind. D.h. für mich, die Spiele müssen individuell auf den Hund ausgerichtet werden und nicht nach einem Schema, welches aus einem Büchlein stammt.
Mein Hund ist ein Jagdhund und wird bei der Enten- sowie Fasanenjagd für die Lock- und Apportierarbeit eingesetzt. Von klein auf, haben wir diesem Umstand Rechnung getragen. Er durfte und darf immer wieder Nasen- und Apportierarbeit verrichten. Wir betreiben die Übungen mit ihm nicht im jagdlichen, sondern eher im spielerischen Stil. So bereitet es Hund und Mensch grossen Spass. Die „Arbeit“ kann auf ganz verschiedene Arten variieren. In meine täglichen Spaziergänge mit meinem Hund baue ich ab und zu kleine Fährten oder eine Dummysuche ein.
Zu Hause spielen mein Mann oder ich oder beide zusammen jeden Tag mit mit unserem Hund. Am Abend hat er extra dafür seine Spielzeit. Wir achten aber darauf, dass die Spiele stets ruhig verlaufen, so dass unser Hund immer noch denken kann und nicht in Hyperaktivität verfällt. Ruhig heisst, der Hund fängt nicht an, aufgeregt zu bellen, die Menschen anzuspringen oder grob zu spielen. Die Rasseneigenschaften spielen hier keine Rolle, es liegt ganz alleine beim Menschen, dass sein Hund ein ruhiges und entspanntes Leben führen darf. Toller gelten in der “Szene” als sehr quirllig und bellfreudig, werden oft auch “rote Rakekten” genannt. Mein Hund ist absolut in der Lage, seine Aufgaben ruhig und souverän zu lösen. Hier pakt er gerade ein Geschenk seines Gottis aus…
Nebst der sinnvollen Beschäftigung, sollte nicht vergessen werden den Hunden ihre Ruhezeit zu lassen (durchschnittlich ca. 17 Stunden am Tag). Diese sind ebenso wichtig für ihre Ausgeglichenheit und Entspanntheit.

