Spaziergang

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Eine kleine Geschichte

Im letzten Ausbildungsblock erzählte uns Sheila Harper eine Geschichte. Darin enthalten war ein Szenze zwischen und Hund und Mensch aus der Sicht des Hundes und des Menschen geschrieben. Die Sichtweisen waren natürlich dementsprechen unterschiedlich ;-)

Unsere Aufgabe bestand dann darin, in Gruppen einige Stichworte zu einem Spaziergang mit seinem Hund aufzunehmen, so wie ein Spaziergang eben sein sollte, wie wir uns das vorstellen. In einer zweiten Gruppe wurde das gleiche aus der Sicht des Hundes ausgearbeitet.

Clarissa Turi hat die Stichworte unserer Arbeitsgruppe in eine Geschichte gepackt, so wie zu beginn der Übung uns eine von Sheila Harper vorgelesen wurde. Ich finde, sie passt perfekt zu meinem Artikel der letzten Woche.

Der Spaziergang fängt für Frau Zen schon zu Hause an. Wie geht es mir heute? Was würde mir gut tun? Und wie sieht es bei Bello aus? Ein geeigneter Platz für den aktuellen Tag ist rasch gewählt und es kann losgehen. Ruhig werden die nötigen Vorbereitungen getroffen. Nach einer gemütlichen Fahrt darf Bello seiner grossen Leidenschaft, dem hündischen Zeitungslesen nachgehen. Heute braucht er keine Unterstützung durch die Leine, das spürt Frau Zen. Er kann deshalb von Anfang an im Freilauf sein. Faszinierend wie er schnüffelt. Wie wäre es wohl, die Welt einmal durch seine Nase wahrzunehmen? Jetzt scheint er etwas besonders Spannendes gefunden zu haben. Was wird es wohl sein? Ruhig nähert sich Frau Zen und lässt sich von Bello zeigen, was er gefunden hat. Eine wunderschöne Vogelfeder. Ohne Bellos Hilfe hätte sie sie nicht gesehen. Mit viel Dankbarkeit im Herzen und einem Lächeln auf den Lippen führt sie ihren langsamen Spaziergang fort. Weiter vorne auf der Waldlichtung lädt ein Baumstamm zum Verweilen ein. Bello und Frau Zen geniessen ein paar Minuten lang die Ruhe und die strahlende Sonne bevor es gemächlich zurück zum Auto geht. Ein schönes Bild, dass die beiden abgeben; der grosse Hund und die Frau, wie sie Seite an Seite mit so viel Gelassenheit völlig entspannt ihren Weg gehen.

Spaziergang – Warum?

Ich habe mir eine Auflistung von allen möglichen Arten der Hundebegegnungen auf meinen Spaziergängen gemacht. Die Variantenvielfalt ist erstaunlich. Ich habe mich gefragt, wie Menschen wohl zu diesem Ideenreichtum kommen.

Oft beobachte ich, dass

  • der Hund an kurzer Leine geführt wird und jedes Mal wenn er auch nur ansatzweise seine Nase zum Schnüffeln auf den Boden halten will, ungeduldig weggezerrt wird.
  • der Hund zwar an einer langen Leine geführt wird, der Mensch sich aber auf dem Rücken seines Pferdes befindet.
  • der Hund angeleint an der Seite seines Halters mitjoggen muss.
  • der Hund angeleint an einer Halterung am Fahrrad mitlaufen muss.

Dann gibt es die andere Seite, Hunde laufen frei, während

  • die Halter am Handy telefonieren
  • ihr Halter auf dem Pferd sitzt
  • der Halter Fahrrad fährt oder joggt
  • sich mehrere Hundehalterinnen zum Spaziergang treffen, sich austauschen und dabei die Hunde es selber regeln lassen
  • der Halter mit dem Auto hinterher fährt (!!!)

Es gibt auch Orte, von denen ich auf die Minute genau sagen könnte, welche Halter mit ihrem Hund/Rudel dort spazieren. Tagtäglich wird der gleiche Weg gelaufen, der Hund meistens hunderte von Metern voraus, weil er ja genau weiss, wo es lang geht (in dieser Situation habe ich wenigstens den Vorteil, dass ich die Begegnung suchen oder ihr ausweichen kann…).

Diese Erfahrungen sind keine Einzelfälle, das ist der Alltag in der Region in der Schweiz, wo ich wohne. Das sind die Situationen, auf die ich mich auf den Spaziergängen mit meinem Hund immer einstellen darf und die es für ihn gilt zu bewältigen – mit ihnen klar zu kommen.

In der ersten Gruppe meiner Beobachtungen hat der Hund überhaupt keine Möglichkeit, sich mit Schnüffeln zu beschäftigen, seine Umwelt kennenzulernen. Weder auf seine Gesundheit noch auf sein natürliches Bedürfnis, dem Schnüffeln, wird Rücksicht genommen. Zum Versäubern bleibt nur kurz Zeit. Der Mensch verrichtet hauptsächlich sein Hobby. Er ist dabei weder in Gedanken noch mit den Gefühlen bei seinem Hund.

In der zweiten Gruppe gehen die Menschen auch primär ihren Bedürfnissen nach, lassen den Hund dabei aber frei/alles selber regeln. Auch in diesen Situationen sind sie nicht bei ihrem Hund. Abgelenkt durch andere Tätigkeiten, können sie in entsprechenden Situationen nur noch zu spät oder gar nicht mehr handeln. Hundebegegnungen solcher Art sind für Aussenstehende sehr schwierig, weil sie ja einerseits auf den freilaufenden Hund, andererseits noch auf Fahrrad, Jogger, Pferd oder gar Auto Rücksicht nehmen müssen.

Natürlich gibt es sehr viele positive und schöne Erlebnisse auf meinen Spaziergängen. Mit dem Aufzeigen meiner Beobachtungen möchte ich lediglich verdeutlichen, was sich viele Menschen gar nicht bewusst sind oder es nicht besser wissen. In den Hundeschulen wird manchmal auch vermittelt „der Mensch gehe mit dem Hund spazieren, nicht der Hund mit dem Mensch“. Natürlich kann der Hund nicht überall hingehen, wo er möchte. Aber in erster Linie sollte der Spaziergang doch ihm gelten, es ist ja SEINE ZEIT mit seinem Menschen zusammen und sollte nicht nur auf seine Versäuberung reduziert werden. Also muss es bei einer solchen Aussage schlussendlich darum gehen, wo die Spaziergänge für den Hund sicher und so ausgerichtet sind, dass er schnüffeln darf. Hier liegt die Aufgabe bei den Haltern, ihren Hund entsprechend einfühlsam zu führen.

Spaziergang – warum? Darum geht‘s

Halter und Hund gehen GEMEINSAM auf den Spaziergang, d.h. der Halter ist auf seinen Hund eingestellt, beobachtet ihn, ist mit dem Herzen bei ihm. Es wird etwas zusammen unternommen. Das kann gemeinsames Beobachten, eine kleine Fährte, die ausgelegt wird, etwas das man zusammen findet oder ein gemeinsames Spiel sein. Zudem soll der Hund die Möglichkeit erhalten, sich in Ruhe versäubern, schnüffeln und seine Umgebung erkunden zu können. Er soll die Wahl haben, ob er eine Hundebegegnung wünscht (wenn der andere Hund und sein Halter es auch wollen!) oder nicht.

So wie wir Menschen auch gerne Abwechslung im Leben haben, so sehr liebt ein Hund auch Abwechslung in der Art seiner Spaziergängen. Man kann z.B. eine Route von der anderen Seite anlaufen, da hat man schon zwei. Wählt man dazu noch 3 weitere Routen ergeben sich schon 8 unterschiedliche Spazierwege. Zwischendurch einen Weg in einer neuen Region gehen, das ist immer ein Highlight, jedenfalls für meinen Hund. Mit Hunden, die gerne baden, kann man ja auch ab und zu an ein Gewässer gehen.

Die Möglichkeiten sind unendlich. Was für den Hund eine Abwechslung ist, ist auch für den Menschen eine. Die Spaziergänge sind dann für beide Seiten keine Routine mehr, bringen Freude und schaffen eine Beziehung/Bindung zwischen Mensch und Hund.

Hunde in unserer Gesellschaft

Dass Hunde in unserer Gesellschaft keinen leichten Stand haben, wusste ich. Dass sie einen so schweren Stand haben, merke ich erst, seit ich selber einen Hund habe und mir jetzt noch vertiefteres Wissen aneigne. Bei mir steht ja nicht auf der Stirn geschrieben, was für Weiterbildungen ich bereits absolviert habe und noch absolvieren werde. Deshalb kosten mich Reaktionen und Worte von anderen Menschen auf dem Spaziergang nur noch ein müdes Lächeln. Kein Kommentar. Viele wollen es besser wissen. Viele wollen anderen Hundehalter sagen, was sie zu tun haben. Dabei übergehen sie gleichzeitig mit ihrem Hund jegliche Regeln des Anstandes. Nirgends handeln Menschen so übergriffig, wie dort, wo ein Hund an der Seite geführt wird.

Was passiert bei Menschen, die nicht über ein entsprechendes Fachwissen verfügen? Es wird mächtig in der Schüssel der Verwirrung gerührt. Die Menschen verunsichern. Die Verunsicherung wird schlussendlich wieder auf den Hund übertragen. Was ich aber am traurigsten finde, ist die Tatsache, dass die Menschen gut zuhören was links und rechts gesprochen wird und dabei vergessen, auf ihren Hund zu schauen, auf ihr Herz zu hören und den Weg geradeaus zu gehen. Wenn jemand bereits lebenslang einen Hund gehabt hat, ist das noch lange nicht Garantie dafür, dass er weiss, wie man richtig mit Hunden umgeht.

In unserer Gesellschaft wird oft ein Bild „wie ein Hund sein muss“ geschaffen. Dabei wäre es so einfach. Wenn man weiss, was ein Hund ist und seine Bedürfnisse kennt, wird man sich gar kein Bild mehr machen müssen.

Schon nur die Idee, dass Hunde lernen sollten, allen Menschen freundlich zu begegnen und sich anfassen zu lassen, ist einfach unmöglich. Gerade Menschen mit Angst haben aus der Sicht des Hundes eine bedrohliche Körpersprache. Die Menschen würden doch besser dahingehend aufgeklärt, dass man nicht einfach einem Hund die Hand vor die Nase halten soll oder alles mit den Händen anschauen muss. Man könnte ja einen Hundebesitzer mindestens fragen, ob man den Hund streicheln darf. Uns wäre das bestimmt auch zuviel, wenn uns jeder am Vorbeigehen noch rasch den Hintern tätscheln oder über den Kopf streicheln täte.

Was man wissen sollte und nicht unbedingt in jeder Hundeschule vermittelt bekommt.

  • Hunde sprechen eine deutliche Körpersprache (wenn sie vom Menschen nicht wegerzogen wurde).
    Wer diese lesen kann, kann auch verstehen, warum ein Hund vielleicht etwas nicht tun möchte oder kann. Von der Körpersprache können das Wohlbefinden, die Gesundheit, die Emotionen, Aufregung (Stress) sowie die Kommunikation zwischen den Hunden abgelesen werden.
  • Hunde brauchen nicht unbedingt direkten Kontakt zu einem anderen Hund, um mit diesem sozial kommunizieren zu können.
    Manchmal finden sich Hunde sympathisch und haben zusammen ein soziales Spiel. Manchmal wäre ihnen aber eine Kommunikation auf Distanz lieber. Dieses Verhalten kann durchaus mit dem der Menschen verglichen werden. Dass auf dem Spaziergang jeder Hund an jedem Hund schnüffeln und dabei noch immer freundlich bleiben muss, ist in den Köpfen der Menschen entstanden und nicht in denjenigen der Hunde.
  • Einem Hund Kommandos beizubringen ist nicht besonders anspruchsvoll.
    Kein Lebewesen, und zu denen zählt der Hund ja schliesslich auch, wird auf Knopfdruck gehorchen. Zudem sollte man wissen, dass ein Hund, der unter absolutem Gehorsam steht, kein sicherer Hund ist und in ständiger Erwartungshaltung auf das nächste Kommando lebt.

Wenn ein Hund Situationen selber bewältigen kann, erhält er Sicherheit und gewinnt Vertrauen zu seinem Menschen. Druck löst immer Unsicherheit aus. Wenn man sich auf seinen Hund einlässt, gewinnt man das Vertrauen, welches dann zu einer echten Beziehung führt. (s. auch Artikel Beziehung)

Die Beziehung ist eine Teamaufgabe zwischen Hund und Mensch ist schon etwas anspruchsvoller. Sie bedeutet, dass man Spaziergänge mit seinem Hund gemeinsam macht, gemeinsam etwas erlebt, in Gedanken bei seinem Hund ist und merkt, was er dem Menschen bei den gemeinsamen Aktivitäten alles mit seiner Körpersprache zeigt. Sie bedeutet auch, dass sich der Mensch Zeit nimmt für seinen Hund und ihn nicht einfach nur durch ständige Kommandos kurz hält, damit man seinen eigenen Bedürfnissen nachgehen kann.

Beginnen wir doch endlich den Hunden zurückzuschenken, was sie uns schon lange geben, bedingungslose Liebe.

 

Links gehen

Auf meinen Spaziergängen beobachte ich sehr viel, dass die Hunde links an der Leine geführt werden. Bei dieser Leinenführung handelt es sich immer um eine kurze Leinenführung, d.h. der Hund muss „Fuss“ laufen.

Die Menschen sind sich in der Schweiz gewohnt rechts zu laufen, es kommt mir fast ein bisschen vor, wie der Rechtsverkehr auf der Strasse. Kommt es dann zu einer frontalen Begegnung, müssen die Hunde neben einander kreuzen. Was ich hier beobachte, sträubt mir jedes Mal die Nackenhaare. Die Hunde versuchen an ihren kurzen Leinen krampfhaft zu beschwichtigen, weil ihnen der Raum für eine für Hunde normale Begegnung fehlt. Sie drehen den Kopf ab und verdrehen die Augen, so dass man die weisse Lederhaut zu sehen bekommt. Den Hunden wird jede Möglichkeit zum Bogenlaufen genommen.

Woher kommt dieses „der Hund muss auf der linken Seite laufen“?

Wer Begleithundkurse oder Obedience-Kurse besucht wird dies so lernen. Entstanden ist diese Führung in der Schutzhund-Szene. Der Grund. Die Dienstwaffe der Polizisten wird rechts getragen, die Hand muss frei sein, um an die Dienstwaffe greifen zu können (ich weiss jetzt nicht, wie das bei Linkshändern angewandt wird…???). Eine unsinnige Idee für alle zivilen Hundehalter! Diese bilden ja schlussendlich die Mehrheit in der Hundeführung.

Bei einer frontalen Begegnungen mit anderen Hund erleichtert man das Kreuzen, in dem man als Mensch dazwischenläuft und so das Splitting übernimmt. Führt man seinen Hund auf der dem entgegenkommenden Hund abgewandten Seite, erhält er zusätzlichen Raum um sein für ihn typisches Bogenlaufen zu ermöglichen. Eine Begegnung mit anderen Hunden kann so für beide Seiten entspannter erfolgen.

Bei Linkshalter-Begegnungen weiche ich mit meinem Hund in einem Bogen möglichst in den Wald oder auf die Wiese aus oder versuche mir die linke Seite des Weges ergattern. In diesem Falle führe ich meinen Hund dann auch auf der linken Seite. Dies geht ohne Problem, weil er nicht darauf trainiert wird, stur auf einer Seite zu gehen. Damit erleichtere ich meinem Hund, aber auch dem anderen Hund die Begegnung.

(Bilderquellen: Google)

Leinenführung

Eine richtige und sanfte Leinenführung ist das A und O für die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Wer sie einmal kennt, mag gar nicht mehr anders mit seinem Hund spazieren.

Natürlich muss fast jeder Hund lernen, dass der Spaziergang ohne an der Leine zu ziehen für beide Seiten angenehmer ist. Einem Hund kann dies mit einer einfachen und sanften Lernmethode beigebracht werden. Je nach Hund benötigt es etwas mehr oder weniger Zeit. Was ich aber mit Bestimmtheit sagen kann, der Hund lernt nicht in wenigen Stunden, nicht mehr an der Leine zu ziehen. Trainer oder Trainerinnen, welche solche Versprechen abgeben, arbeiten mit fragwürdigen Hilfsmitteln.

Für mich gehören zu einer guten Leinenführung ein Brustgeschirr und eine mindestens 3 m lange Leine. Mit der 3m Leine kann man dem Hund mehr Freiraum geben, sie aber auch kürzer nehmen, falls es die Situation erfordert. Flexileinen sind ungeeignet. Bei einer Flexileine ist der Hund immer „auf Zug“ und lernt dadurch nie, was es heisst, an einer lockeren Leine zu gehen. Es kann auch zu Verletzungen kommen, wenn der Hund sich entreist und die Halterung dann hinter ihm herschleift.

Natürlich braucht es auch für den Menschen ein bisschen Übung mit einer längeren Leine richtig umgehen zu können. Aber der Mensch darf ja auch etwas lernen, es muss ja nicht immer nur der Hund sein. Eine geübte Fachperson kann die richtigen Handgriffe sehr schnell vermitteln.

Das Brustgeschirr muss gut auf den Hund abgestimmt sein, also nicht zu gross und nicht zu klein/eng. Es muss den Hund an den richten Stellen abstützen. Halsbänder sollten möglichst nur verwendet werden, wenn sich ein Hund absolut nicht an ein Brustgeschirr gewöhnen kann, oder wenn medizinische Gründe gegen ein Brustgeschirr sprechen. In einem solchen Fall sollte das Halsband möglichst breit und weich sein, mindestens zwei Halswirbel vollständig überdecken.

Was kann bei schlechter Leinenführung mit einem Halsband geschehen?

Beobachten Sie einmal, wie oft unbewusst an der Leine gezogen oder gezupft wird. Ein Leinenzupfer am Halsband ist immer einer zuviel. Auf vielen Hundesportplätzen und in vielen Hundeschulen wird der Leinenimpuls (Leinruck) leider immer noch praktiziert.

Ein gut sitzendes Brustgeschirr drückt weder auf den Kehlkopf noch beeinträchtigt es den Hund in seiner Bewegungsfreiheit. Da wir in mitteleuropäischen Ballungsgebieten wohnen ist es unvermeidlich, dass unseren Hunden immer wieder etwas Interessantes begegnet. Dadurch kann es passieren, dass der Hund in die Leine springt. Jetzt stellen Sie sich diese Situation mit einem Halsband vor. Das ist ungefähr so, wie wenn sich ein Mensch den Sicherheitsgurt im Auto um den Hals legen würde.

Diese gesundheitlichen Probleme können beim Hund durch falsche Führung an Halsbänder entstehen.

  • Schäden an der Wirbelsäule
  • Schäden am Kehlkopf
  • Schäden an der Schilddrüse
  • Schäden an der Muskulatur
  • Schäden an der Luftröhre
  • Aggressionsbereitschaft kann erhöht werden
  • Veränderte Körpersprache

Schäden an der Wirbelsäule:

  • Schleudertrauma
  • Bandscheibenvorfall, beides vor allem bei dünnen Halsbändern!
  • degenerative Veränderungen an Wirbelkörpern
  • Knorpeldefekte!

Schäden am Kehlkopf:

  • Chronische Kehlkopfentzündung
  • Kehlkopfblutungen
  • Nervenschädigungen, vor allem bei grösseren Rassen Knorpel können brechen

Schäden an der Schilddrüse:
Es können Quetschungen hervorgerufen werden. Folgen davon sind Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse. Erhöhte Aktivität oder Inaktivität sind sichtbare Anzeichen dafür.

Schäden an der Muskulatur:
Durch das Einschneiden des Halsbandes kann auch die Muskulatur verletzt werden.

Schäden an der Luftröhre:
Durch den Zug entstehen innere Narben, welche oft Verengungen mit sich führen. Ebenso Chronische Entzündungen sind die Folge.

Aggressionsbereitschaft kann erhöht werden:
Hierzu muss man wissen, wie ein Hund lernt. Da er nicht sein Verhalten, sondern das Geschehen einer Situation zuordnet, lernt ein Hund sehr schnell, an der Leine aggressiv zu reagieren. Ein Hund nähert sich z.B. einem anderen Hund, wird weggerissen, da der Hundeführer nicht möchte, dass er zu ihm hingeht. Der Hund meint, dass der andere Hund ihm den Schmerz am Hals zugeführt hat und wird bei einer nächsten Begegnung mit ihm versuchen ihn weg zu bellen, da es sonst wieder schmerzt. Der Hundeführer ist oftmals dem Irrglauben erlegen sein Hund sei aggressiv. Dieser möchte aber nur dem Schmerz ausweichen. Hunde die von Welpenalter an ein gutes Brustgeschirr tragen, sind im Alter weniger mit Leinenaggressivität auffällig als Halsband tragende Hunde.

Veränderte Körpersprache:
Die Körpersprache wird durch das ruckartige Anheben des Halses und Vorderkörpers verstellt. Dadurch wirkt der Hund angriffsbereit. Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen verstärken eine unkorrekte Körpersprache.

Es gibt zwei Gründe, die für ein Halsband sprechen:
Angst, der Leinenimpuls könne nicht richtig wirken.
Angst davor, die Kontrolle über den Kopf des Hundes zu verlieren.
Über beides sollte man genau nachdenken!!! (Zitat: Dr. Ute Blaschke-Berthold)

Kann man ein souveräner Hundeführer sein, wenn man Angst hat? Nein. Kontrolle untergräbt das Selbstvertrauen beim Hund und gibt dem Menschen nur eine Scheinsicherheit. Niemals schafft sie ein Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Mensch.

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