Gesundheit

  • Seite 1 von 2
  • 1
  • 2
  • >

Hundemantel

Brauchen Hunde einen Mantel? Eine Frage worüber Hundehaltende geteilter Meinung sind. Heute habe ich diesen Artikel gelesen.

XY rät davon ab, Hunden Wintermäntelchen anzuziehen. Diese sind bei gesunden Tieren weder artgerecht noch nötig. Damit Hunde ihre Körpertemperatur halten können, ist beim täglichen Gassigehen ein zügiges Tempo angebracht. So ist der Hund stetig in Bewegung und wird so auch nicht frieren.

Ich teile diese Meinung in keinster Weise:

  • Wenn man mit dem Hund Gassi geht, ist es keine Schande, sich dem Tempo des Hundes anzupassen. Ältere Hunde z.B. ziehen bestimmt ein gemächlicheres Tempo vor, ebenso Hunde, welche gesundheitliche Probleme haben wie z.B. eine starke Dysplasie, Arthrose, Arthritis etc. Auch Menschen, welche diese Krankheiten haben, haben mehr schmerzen, wenn sie der Kälte ausgesetzt sind (auch wenn sie viele Kleider tragen).
  • Einem Hund sollte immer Gelegenheit zum Schnüffeln gegeben werden. Spaziergänge, auf welchen der Hund ein zügiges Tempo anschlagen muss, nur damit er nicht friert, enthalten keine Qualität.

So verschieden die Hunderassen oder Mischungen sind, aus so unterschiedlichen Regionen kommen sie. Hunde aus südlichen Regionen neigen dazu, zu frieren. Sie sind sich Minustemperaturen, wie sie in unseren Breitengraden vorkommen, ganz einfach nicht gewohnt.

Es macht auch einen Unterschied, ob ein Hund Unterwolle besitzt oder lediglich kurze, glatte Haare oder gar keine Haare besitzt (es gibt ja auch Nackthunde).

Für mich ist es nicht artgerecht, wenn man Hunde in Breitengraden mit Temperaturen hält, die nicht ihrer Abstammung entsprechen und man nicht auf ihre Bedürfnisse eingeht, sei dies gesundheitlicher Art oder ihrem Alter entsprechend. Für mich heisst es immer, einen Hund beobachten.

Es ist sehr einfach zu erkennen, ob ein Hund friert oder nicht. Wenn er friert, darf ihm ruhig ein Mäntelchen übergezogen werden. Jeder Hund ist individuell!

Wakass – Rüde, intakt

Bei mir war immer der Grundgedanke da, unseren Rüden intakt zu lassen, wenn sich in seiner Entwicklung alles gut ergeben würde. Es waren keine Hintergedanken dabei, wie z.B. aus ihm einen Zuchtrüden oder Ausstellungshund zu machen. Nein, ich wollte wenn immer möglich nicht in die Natur eingreifen, aber dafür auch die entsprechende Verantwortung übernehmen. Damit meine ich, dass es für mich eine Selbstverständlichkeit ist, dass unser Rüde nicht einfach frei durch die Gegend streunen darf und dabei Haltern von läufigen Hündinnen lästig werden kann.

Von unserer Züchterin erhielten wir bereits früh den Ratschlag, unseren Hund auf den Spaziergängen keinen Urin lecken zu lassen, es würde ihn unnötig anregen, er könnte hormonell überdrehen.

Als unser Rüde dann in die Pubertät kam, begann das mit dem Urinlecken. Fast panisch versuchte ich immer, ihn von diesen Stellen der Begierde fernzuhalten. Es war auch in dieser Zeit, wo er zum ersten Mal auf die Spur einer läufigen Hündin stiess. Auch da reagierte ich völlig über. Sein Tempo wurde immer schneller, die Nase am Boden und zielsicher verfolgte er die überaus feine Fährte. Als ich meinen Hund endlich eingefangen hatte, war es ein grosser Kampf auf beiden Seiten, wieder zurück zum Auto zu gehen. Im Auto war mein Hund völlig frustriert und gab Heultiraden von sich.

Ca. ½ Jahr später hatte ich noch einmal einen ähnlichen Spaziergang. Nur war ich dieses Mal ein bisschen schneller und hatte meinen Rüden sofort an der Leine. Aber wiederum war in mir diese Panik, dass er sich an dieser Spur aufheizen könnte. Details unseres Heimweges erspare ich hier. Es war wirklich unschön und wiederum ein Kampf auf beiden Seiten. Zuhause ist mein Rüde wieder mindestens 1 Stunde in frustrierendes Geheul verfallen.

Unser Rüde war zu diesem Zeitpunkt ca. 1 ½ jährig. Ich begann mir Gedanken zu machen über die Kastration, wälzte die Fragen pro und kontra hin und her. Dabei versuchte ich mich, in die Lage meines Hundes zu versetzen, die beiden Situationen auch aus seiner Sicht zu betrachten. Ich stellte mir vor, wie das für ihn sein musste, wenn ich ihn von den besten Düften dieser Welt ständig abhalte. Ich versetzte mich in die Zeit zurück, als ich in der Pubertät war und meine Hormone noch Verrückt spielten. Ich konnte mich gut erinnern, wie ich mich all der Ermahnungen meiner Eltern widersetzte, sie mit ihren Verboten bei mir gerade den Reiz für das Unbekannte auslösten.

Also warf ich die Ratschläge meiner Züchterin von wegen Urinlecken über Bord und liess meinem Rüden von nun an seine Freude am Zeitunglesen, ob er dies nun mit der Nase oder über den Mund tat. Mit der Zeit fiel mir auf unseren sozialen Spaziergängen auf, dass unser Hund auch Urin von Rüden leckte oder von kastrierten Hündinnen. Er leckte Urin, um diesen besser und intensiver aufnehmen zu können, um sich besser über seine Artgenossen zu informieren.

Vor ca. 2 Monaten spazierte ich unbewusst (ich habe erst später davon erfahren) und zufällig parallel mit einer läufigen Hündin. Meinen Hund führte ich damals an der Leine. Natürlich wunderte ich mich, dass er nicht so leicht zu führen war, wie sonst. Aber er liess sich führen. Er liess sich auch aus Situationen herausnehmen und führte sich überhaupt nicht wie ein wildgewordener Stier auf. Angesichts dieses Umstandes, dass da eine läufige Hündin unterwegs war, empfand ich meinen Rüden sogar als sehr diszipliniert, die etwas schwierigere Leinenführigkeit war erklärbar. Dieses Erlebnis habe ich in meinem Hinterkopf abgespeichert.

Vor ein paar Wochen hatten wir beide dann ein wirklich schönes Erlebnis. Ein bereits lange geplanter Spaziergang mit der Trainerin und ihrer Hündin, welche meinen Hund und mich von Anfang an begleitet haben, lag vor uns. Am Vortag rief mich die Frau an, um mir mitzuteilen, dass ihre Hündin läufig sei, im 9. Tag. Meine Enttäuschung war gross, ich hatte mich so auf diesen Spaziergang gefreut. Natürlich wollte ich wegen der Läufigkeit der Hündin auf den Spaziergang verzichten. Nachdem wir aber lange über unsere Hunde gesprochen haben, ihre beiden Wesenzüge mit einbezogen haben, beschlossen wir, den Spaziergang trotzdem zu machen und falls es nicht gehen würde, abzubrechen. Ihre Hündin befand sich noch nicht in ihren Stehtagen, hätte sich von meinem Rüden deshalb auch nicht decken lassen (eine Hündin, die weiss, was sie will oder eben nicht).

Wir haben die Begegnung gut geplant. Zuerst haben wir mit meinem Hund ein kleines Versteckspiel eingebaut, er durfte die Halterin der Hündin suchen. Er arbeitete völlig ruhig und konzentriert, erweckte nicht eine Minute den Anschein, als würde ihn ein Duft aus der Fassung bringen. Anschliessend hatte er kurz Pause im Auto, währenddessen die Hündin das gleiche mit mir machen durfte. Dann ging‘s auf den Spaziergang, die Hündin lief voraus. Als ich meinen Hund aus dem Auto holte, hat er nicht einmal in Richtung der Hündin gezogen. Er war völlig auf ihre Markierungspunkte fixiert, hat an diesen ausgiebig geschnüffelt und geleckt. Klar, zwischen den Markierungspunkten war er ziemlich auf Zug, lief nicht an lockerer Leine. Nach fünf Minuten dieses sozialen Spazierganges, als die erste Aufregung sich gelegt hatte, haben wir beide Hunde abgeleint. Was ich dann erleben durfte, war wirklich ein Highlight. Mein Hund hat sich so höflich benommen. Ruhig aber auch vorsichtig hat er sich der Hündin genähert, kurz an ihrem Hinterteil geschnüffelt und dann sofort wieder von ihr abgelassen. Die beiden Hunde haben vermehrt als sonst zusammen gespielt. Es waren schöne Spiele, nichts Verrücktes, kurze Einlagen, dann waren wieder beide Hund ruhig und entspannt, schnüffelten gemeinsam Nase an Nase. Es wurde öfter gepinkelt als sonst, die Düfte wurden gegenseitig erschnüffelt, aber alles verlief in einer völligen Entspanntheit, unter den Hunden, aber auch bei uns Menschen als Beobachter. Der Spaziergang dauerte ungefähr 30 Minuten. Mein Rüde stieg anschliessend problemlos ins Auto. Er war nicht aufgeregt, hat nicht geheult. Zu Hause war er ebenfalls ruhig. Ich empfand ihn als völlig zufrieden und glücklich, als sagte er mir DANKE für diesen Spaziergang.

Ich bin mir sicher, dass mein Rüde genau wusste was Sache war. Er war nicht einmal aufdringlich, wusste, dass diese Hündin noch nicht in ihren Stehtagen war. Er hat sich absolut als freundlicher und unaufdringlicher Rüde gezeigt. Ob es daran liegt, dass ich ihn das letzte Jahr einfach immer habe schnüffeln lassen, auf welche Art und Weise auch immer, das wissen die Götter. Dass aber die innere Einstellung der Menschen einen grossen Einfluss hat, davon bin ich überzeugt. Wenn ich die Spaziergänge von früher mit heute vergleiche, (damals als ich noch panisch meinen Rüden von der Spur einer läufigen Hündin abhalten wollte/heute, wo ich völlig entspannt mitlaufen kann), sind sie so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Mein Rüde spielt nicht mehr verrückt.

Es ist eine Erfahrung die ich gemacht habe. Natürlich kann sie nicht Rezept für alle Rüden und läufigen Hündinnen sein. Jedes Wesen muss individuell betrachtet werden. Und natürlich gibt es Hunde, die nicht mit ihren Hormonen umgehen können. Trotzdem bin ich überzeugt, dass viele Menschen sich gar nicht die Mühe nehmen, sich mit dem Thema Nichtkastration näher auseinanderzusetzen.

Ich bin auch davon überzeugt, dass viele Hunde entspannter mit ihren Hormonen umgehen könnten, wenn wir das in unserer inneren Einstellung ihnen gegenüber auch tun würden. Ein Versuch wäre es doch immerhin wert. Eine Kastration ist immer ein Eingriff mit einer Narkose und es werden Organe entfernt. Uns Menschen rät man, so wenig wie möglich sich einer Vollnarkose zu unterziehen. Bei den Vierbeinern spielt all dieses Wissen dann leider oft keine Rolle mehr. Ihr Körper ist medizinisch gesehen nicht belastbarer als der menschliche Körper. Geben wir ihnen doch einfach die Zeit, sich vollständig entwickeln zu dürfen. Sich gut beraten zu lassen und sich eine Zweitmeinungen bei einem neutralen Tierarzt (einer, welcher nicht an der Operation verdienen wird) einzuholen, lohnt sich bestimmt immer. Ein Entscheid über eine allfällige Kastration kann dann immer noch gefällt werden und vielleicht erübrigt sie sich ja dann plötzlich.

Kleiner Hausfrauen-Tipp. Mischt man einer läufigen Hündin einen EL Essig unter ihr Futter, riecht sie während ihrer Läufigkeit nicht so stark. Ihr Duft kann Rüden nicht mehr über kilometerweite Distanzen erreichen.

Kastration – ja oder nein?

Auch beim Thema Kastration gehen wie so oft die Meinungen, wenn es um den Hund geht, weit auseinander.

Es gibt verschiedene Gründe warum Menschen ihre Hunde kastrieren lassen:

  • Unerwünschtes Verhalten (häufigster Grund einer Kastration, vielfach dann aber ohne Erfolg)
  • Haltergründe (beim Zusammenleben einer Hündin und einem Rüden / praktische Erwägungen z.B. weil Spaziergänge mit läufigen Hündinnen als mühsam empfunden werden / nächtelanges Heulen der Rüden während der Läufigkeit einer in der Nachbarschaft lebenden läufigen Hündin etc.)
  • Medizinische Gründe (z.B. immer wiederkehrende Scheinschwanger-schaften bei Hündinnen, Krebs etc.)

Wie bei allen Themen rund um den Hund sollte man immer jedes Wesen individuell betrachten, in dem Fall, wie geht der Hund mit seinen Hormonen um. Es gibt Rüden, die ihre Hormone nicht im Griff haben, dadurch leiden. Es gibt auch Hündinnen, welche unter ständigen Scheinschwangerschaften leiden, weil sie keinen Nachwuchs erhalten können. Bestimmt kann man hier sagen, dass ein Hund ein entspannteres Leben führen kann, wenn er nicht die ganze Zeit hormongesteuert sein muss und sein Sexualleben nicht ausleben darf. Betrifft dies aber die Mehrheit der Hunde? Sehr viele Hunde sind kastriert, Kastration gehört schon fast zum Standard, ausser es bestehen Gründe der Weiterzucht oder bei den Rüden der Bedarf, seinen Hund ausstellen zu wollen.

Viele Fragezeichen entstehen bei mir. Wie erfolgt die Aufklärung der Menschen über das Sexualverhalten ihrer Hunde? Ich habe zum Beispiel von meiner Züchterin die Empfehlung erhalten, meinen intakten Rüden keinen Urin lecken zu lassen, es würde ihn unnötig „scharf“ machen. Ist das die richtige Empfehlung? Wie lernt ein Hund über die Sexualität seiner Artgenossen, wie klärt er sich auf? In dem wir ihm alles unterbinden? Was überträgt sich alles auf eine Hündin während ihrer Läufigkeit? Wie geht sie zum Beispiel mit der Angst und Anspannung, sie könnte gedeckt werden, ihres Menschen um? Wie verhält sich der Mensch in seiner Anspannung gegenüber seiner Hündin, ruhig, souverän?

Rat über die Auswirkungen einer Kastration kann sich der Mensch natürlich beim Tierarzt holen, was bestimmt ein guter Weg ist. Nur gehen leider auch hier die Meinungen auseinander. Während die einen Tierärzte zur Frühkastration (ab 4 Monaten) raten, empfehlen andere, die Hunde erst erwachsen werden zu lassen, also frühestens ab 3 Jahren und die dritte Kategorie lehnt eine Kastration ab, ausser es sprechen medizinische Gründe dafür. Was ist nun richtig?

Fragen über Fragen und auch ich kenne die richtige Antwort dazu nicht. Pubertierende Hunde sind wie pubertierende Menschen, die haben ihre Hormone auch noch nicht im Griff ;-) . Würde ich auf Tierärzte hören, würde ich deshalb auf jeden Fall schauen, wie sich mein Hund entwickelt, ihn also erwachsen werden lassen.
Zitat Dr. Udo Ganslosser aus dem Artikel im WUFF-Magazin (Ausgabe 2010), Frühkastration: „Kategorisch muss aber in jedem Fall die Praxis der Frühkastration abgelehnt werden. Von einer Frühkastration spricht man, wenn bereits vor Abklingen der Pubertät kastriert wird. Dieser Trend schwappt leider, vor allem bei der Hündin, aber zunehmend auch beim Rüden aus den USA, wo diese Praxis an der Tagesordnung ist, zu uns herüber. Hierbei entstehen nur negative Folgen für die Hunde: die betroffenen Tiere werden aggressiver gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen und insgesamt unsicherer, nicht nur gegenüber anderen Hunden. Sie bleiben in der körperlichen Entwicklung zurück und werden nie richtig erwachsen, da ihre geistige Leistungsfähigkeit nicht voll ausgereift ist. Das liegt daran, dass sich das Gehirn unter dem Einfluss der Sexualhormone in der Pubertät nochmals weiterentwickelt.“ Vielleicht können die einen oder anderen weiteren Fragen mit dem Interview von Dr. Udo Ganslosser beantwortet werden, gefunden im WWW (s. Schluss des Artikels).

Mein Rüde bleibt intakt. Er kann nun als 2 1/2 jähriger Hund mit seinen Hormonen gut umgehen. Selbstverständlich nehme ich als Hundehalterin dabei die Verantwortung wahr, dass er nicht einfach frei in der Gegend herumstreunen darf und Menschen mit läufigen Hündinnen damit lästig werden kann. Ratschlag kann ich nur einen geben und das gilt für jeden Bereich im Leben des Hundes. Was immer man von allen Seiten hört, schlussendlich sollte man immer auf sein Herz hören und sich in die Lage seines Hundes versetzen. Ich kann nur das weitergeben, was ich bei meinem Rüden und so wie er sich hat entwickeln dürfen, habe beobachten können. Dazu mehr nächste Woche.

Interview Dr. Udo Ganslosser mit Stadthunde.com

PS: Hunde können auch sterilisiert werden, falls kein Nachwuchs erwünscht ist. Dabei werden nicht gesunde Organe herausgeschnitten. Ein Organ ist auch über seine eigentliche Funktion hinaus ein wichtiger Bestandteil für den gesamten Organismus im Körper.

Kotfressen

Welcher Hundehalter hat das nicht schon erlebt, dass sein Hund Kot frisst. Eklig für uns Menschen. Es kann auch ungesund für den Hund sein, wenn der Kot von einem kranken Tier stammt, Wurmlarven enthält oder ein Pferd vielleicht gerade chemisch entwurmt wurde. Aber man sollte nicht immer gleich vom schlimmsten Fall ausgehen, wenn es geschieht.

Warum tun Hunde das? Kotfressen gehört beim Hund eigentlich nicht zu seinen normalen Verhaltensweisen (z.B. bei Hasen ist das völlig normal, dass sie von ihrem Kot fressen – dieser enthält viele Vitamine). Es kann durchaus sein, dass der Hund fehlende Nährstoffe mit Kotfressen abdecken will. Gründe dafür können aber auch sein:

  • Bei Welpen: Der Verdauungstrakt ist noch auf Reste von Beutetieren eingestellt, die die Erwachsenen liegen lassen oder es ist seine natürliche Neugier alle möglichen Gegenstände anzuknabbern oder zu beschnuppern.
  • Bei erwachsenen Hunden: Wenn die Hunde in zu kleinen Zwingern gehalten werden, bei Darmkrankheiten oder bei ungeeigneter Ernährung (Mangel an Spurenelementen oder Unterversorgung an Vitaminen).

Vorerst gilt einmal, zu beobachten, warum der Hund dies tut. Es kann durchaus auch sein, dass Kotfressen für Hunde zum Spiel wird, weil der Mensch sich aus Hundesicht komisch auf dieses Verhalten reagiert – die Reaktion des Menschen signalisiert dem Hund, dass da etwas wichtiges ist. Hier könnte ev. schon ein Nichtreagieren helfen.

Ein Spiel finden, welches auf dem Spaziergang bei Junghunden Ablenkung schafft wäre eine Möglichkeit. Keine Alternative ist Strafen. Der Hund versteht das nicht, weil er aus seiner Sichtweise nichts falsch macht. Wer beim Tierarzt eine Broschüre gelesen hat „Hilfe mein Hund frisst Kot“ (oder so ähnlich) rate ich, lieber den Tierarzt zu wechseln, als diese Broschüre ernst zu nehmen. Darin werden Empfehlungen abgegeben, welche roher Gewalt gegenüber Hunden enthalten!

Hört das Kotfressen beim erwachsenen Hund nicht auf, sollte das Futter in Bezug auf Vitamine und Mineralstoffe hin überprüft werden. Eine Futterumstellung ist unumgänglich. Es empfiehlt sich auch, eine parasitologische Kotuntersuchung durchführen zu lassen.

Die richtigen Massnahmen sind:

  • Saubere und hygienische Haltung auf genügend großem Raum
  • Reichlich Auslauf oder sonstige Bewegung des Hundes
  • Artgerechte Ernährung mit besonderer Berücksichtigung einer täglichen ausgewogenen Versorgung mit allen lebensnotwendigen Mineralstoffen und Vitaminen.

Meine persönlichen Erfahrungen

Unser Hund hat als Welpe/Junghund Unmengen an Kot gefressen. Wir waren immer einen Tick zu langsam :-| . Wenn er den Kot einmal in seinem Maul hatte, haben wir auch nichts mehr unternommen. Das Kotfressen hat sich bis auf die Pferdeäpfel dann von selber gelegt.

Fütterung: Ich barfe mit unsrem Hund, d.h. er bekommt rohes Fleisch mit Gemüse (leicht angekocht) und rohe Knochen. Einmal in der Woche bekommt er frischen rohen ungewaschenen Pansen (wer denkt das stinke – da wird masslos übertrieben. Ein leichter Geruch nach Kuhdung, das ist alles und ich habe wirklich eine sensible Nase was Gerüche anbelangt…). Getreide habe ich unserem Hund lange nicht verfüttert. Als das Kotfressen der Pferdeäpfel nicht aufgehört hat, habe ich angefangen, kleine Mengen an Getreide/Kohlenhydraten beizumischen. Nun frisst unser Hund auch keine Pferdeäpfel mehr.

In der Naturheilpraxis gibt es viele gute Mittel, welche den Verdauungstrakt in Bezug auf Parasitenbefall sehr gut unterstützen. Ich hatte auch diesbezüglich noch nie ein Problem bei unserem Hund.

Kotfressen ist für uns eklig. Versuchen Sie es trotzdem, einfach locker an dieses Thema zu gehen. Aus Hundesicht ist das einfach eine andere Geschichte ;-) . Vielleicht kann gerade über das Kotfressen uns Menschen etwas wichtiges in Bezug auf die Gesundheit des Hundes angezeigt werden .

Sommerzeit

Die Sommerzeit hat begonnen. Damit sind wir auch bereits in den Genuss der ersten Hitzetage gekommen. Die Ozonwerte werden wieder in die Höhe steigen. Das heisst für uns Menschen sportliche Aktivitäten auf die Morgen und Abendstunden zu verlegen. Wir haben die Wahl, ob wir uns der Hitze aussetzen wollen oder nicht. Freilebende Tiere ebenfalls. Hunde haben diese Wahl nicht, sie sind auf unser Mitdenken angewiesen. Deshalb hier ein paar Sommertipps für Hunde.

Das Fell des Hundes dient zu seinem Schutz, im Winter wie im Sommer. Wenn die Haare geschnitten werden, sollten sie so geschnitten werden, dass sie trotzdem noch Schutz vor der Sonne bieten können.

Ein Fell gibt aber auch warm. Wenn die Spaziergänge auf die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, sind sie auch für unsere Fellnasen erträglicher. Körperliche Aktivitäten oder Hundetrainings gehören nicht in die Zeit der grössten Tageshitze.

Der Asphaltboden und Bodenplatten fühlen sich nicht nur für unsere nackten Füsse heiss an. Spaziergänge sollten auf diesen Unterlagen nur kurz gehalten und möglichst auf natürlichen Böden erfolgen. Wer mitten in einer Stadt wohnt, empfehle ich, ein Stück mit dem Auto ins Grüne zu fahren.

Bei längeren Spaziergängen über eine ½ Stunde ist eine Wasserflasche ein Muss für Mensch und Hund.

Ein Hund darf nicht in einem geschlossenen geparkten Auto eingesperrt werden. Diese Regel ist bereits altbekannt. Und doch sterben jedes Jahr immer wieder Hunde an Hitzschlag! Auch wenn das Auto im Schatten steht, wird es für den Hund zu heiss. Die Fenster und die Hecktüre müssen geöffnet bleiben, damit die Luft zirkulieren kann. Wenn man das Auto mit einem Tuch abgedeckt wird die Karosserie nicht so heiss.
Ideal ist das aber immer noch nicht. Wenn immer möglich, sollte ein Hund nicht in einem geparkten Auto warten müssen.

Vari Kennel sind beliebte Transportboxen. Hier gilt. Je enger, desto wärmer. Gleiche Regel wie bei uns Menschen. Sichere Transporträume, in welchen der Hund sich noch bewegen kann, sind deshalb bestimmt angenehmer.

Falls der Hund gerne Wasser mag, ein kühlendes Bad ist immer ein superschönes Vergnügen für Mensch und Hund.

Ich wünsche allen Menschen mit ihren Fellnasen einen schönen Sommer!

  • Seite 1 von 2
  • 1
  • 2
  • >