Hundemantel
Brauchen Hunde einen Mantel? Eine Frage worüber Hundehaltende geteilter Meinung sind. Heute habe ich diesen Artikel gelesen.
XY rät davon ab, Hunden Wintermäntelchen anzuziehen. Diese sind bei gesunden Tieren weder artgerecht noch nötig. Damit Hunde ihre Körpertemperatur halten können, ist beim täglichen Gassigehen ein zügiges Tempo angebracht. So ist der Hund stetig in Bewegung und wird so auch nicht frieren.
Ich teile diese Meinung in keinster Weise:
- Wenn man mit dem Hund Gassi geht, ist es keine Schande, sich dem Tempo des Hundes anzupassen. Ältere Hunde z.B. ziehen bestimmt ein gemächlicheres Tempo vor, ebenso Hunde, welche gesundheitliche Probleme haben wie z.B. eine starke Dysplasie, Arthrose, Arthritis etc. Auch Menschen, welche diese Krankheiten haben, haben mehr schmerzen, wenn sie der Kälte ausgesetzt sind (auch wenn sie viele Kleider tragen).
- Einem Hund sollte immer Gelegenheit zum Schnüffeln gegeben werden. Spaziergänge, auf welchen der Hund ein zügiges Tempo anschlagen muss, nur damit er nicht friert, enthalten keine Qualität.
So verschieden die Hunderassen oder Mischungen sind, aus so unterschiedlichen Regionen kommen sie. Hunde aus südlichen Regionen neigen dazu, zu frieren. Sie sind sich Minustemperaturen, wie sie in unseren Breitengraden vorkommen, ganz einfach nicht gewohnt.
Es macht auch einen Unterschied, ob ein Hund Unterwolle besitzt oder lediglich kurze, glatte Haare oder gar keine Haare besitzt (es gibt ja auch Nackthunde).
Für mich ist es nicht artgerecht, wenn man Hunde in Breitengraden mit Temperaturen hält, die nicht ihrer Abstammung entsprechen und man nicht auf ihre Bedürfnisse eingeht, sei dies gesundheitlicher Art oder ihrem Alter entsprechend. Für mich heisst es immer, einen Hund beobachten.
Es ist sehr einfach zu erkennen, ob ein Hund friert oder nicht. Wenn er friert, darf ihm ruhig ein Mäntelchen übergezogen werden. Jeder Hund ist individuell!
Revieren und mehr…
…reich durch Erlebnisse!
Strahlend blauer Himmel, angenehme Temperaturen, die Bäume in ihrem herbstlich goldenen Laub vor der Kulisse des Falknis. Eine Ferienwoche der besonderen Art.
Hund und Mensch haben die Zeit in ihrem Rhythmus verbracht. Egal welche Rasse, mit oder ohne Handicap, jung oder schon ein bisschen älter, alle durften in dieser Woche mitmachen.
Was ich einmal mehr erleben durfte, ist, dass es keine Grenzen gibt, wenn man den Hunden Zeit und Raum lässt. Anstelle von „Regelbüchern“ oder Methoden wird viel Wissen und Beobachtungsgabe eingesetzt sowie Achtung und Respekt gelebt. Jeder Hund durfte die Aufgaben auf seine Art und Weise angehen. Wie schnell Hunde doch lernen können, wenn man ihnen nur ein paar Minuten Zeit zum Denken schenkt. Kein Klicker, keine Pfeife, keine Kommandos, keine Unterordnungsübungen, dafür viel Lebensfreude und Spass bei den Hunden sowie Big Smiles bei den Menschen. Wir alle sind um ein paar Zentimeter gewachsen, haben als Gruppe gemeinsam die Freude mit unseren Fellnasen geteilt, wenn sie auf spielerische Art und Weise, anspruchsvolle Aufgaben mit Leichtigkeit lösten.
Möglich machten diese Ferienwoche Nicole Fröhlich und Renate Wicky von www.footstep.ch. Dank ihrem unermüdlichen Einsatz durften wir alle diese wunderschönen Tage erleben. Pausenlos haben sie uns diese Woche begleitet, waren da für Mensch und Hund und haben uns allen wieder sehr, sehr viel mit auf den Weg gegeben. Sie sind das Beste was es für Mensch und Hund gibt.
Ich bin reich, reich durch viele wunderschöne Erlebnisse mit Hund und Mensch.
Dogsitting – Dogwalking
Wenn ich in Google „dogsitting“ auf den Seiten der Schweiz eingebe, erscheinen 351‘000 Ergebnisse (diese Zahl variiert von Tag zu Tag…)
Offensichtlich sind Dogsitter oder Dogwalker ein Bedürfnis für viele Hundehaltenden geworden. Es ist der Zeitgeist. Auch Kinder werden ja heute oft zeitweilig in betreute Tagesstätten, zu Tagesmüttern oder den Grossmüttern gegeben. Nur wird bei Kindern vermutlich besser hingeschaut, um was für eine Betreuungsstelle es sich handelt, als dies bei den Hunden getan wird. Hier gilt leider wie so oft im Bereich der Hunde, dass es möglichst nicht viel kosten darf.
Was aber möchte der Hund? Er möchte seine Zeit möglichst bei seinen Menschen und in seiner vertrauten Umgebung verbringen können. Dogsitting sollte deshalb nur eine Notlösung sein. Etwas läuft verkehrt, wenn der Hund mehr Zeit beim Dogsitter verbringt, als bei seinen Menschen… Weiterlesen
Hilfsmittel / Tipps zur Trainersuche
Hundetrainerinnen/Hundetrainer
Ich selber habe vor einigen Jahren festgestellt, wie schwierig es ist, einen guten Hundetrainer zu finden. Von allen Seiten erhält man Ratschläge, aber sind es auch die richtigen? Ich habe mittlerweile festgestellt, dass “jahrelange Hundeerfahrung” keine Referenz ist. Wer sich nicht laufend weiterbildet, bleibt auf alten Mustern sitzen. Immer noch werden in kynologischen Vereinen Trainerstellen an treue aktive Vereinsmitglieder ohne entsprechende Ausbildung weitergegeben, welche sich ihr Handwerk ausschliesslich in den Trainings in diesem Verein angeeignet haben. Sind diese veraltet, werden immer wieder “alte Zöpfe” weitergegeben. Z.B.: Sehen Ausbildende keine Lösung, werden leider heute oft die “Probleme” immer noch mit der lapitaren Erklärung “Sie haben einen dominanten Hund” abgetan, obwohl die Dominanztheorie in der Tat schon lange Geschichte ist. Alphawürfe sind immer noch an der Tagesordnung, obwohl Dave Mech seine Alpha-Theorie ebenfalls schon lange wiederrufen hat. Und, und und.
Hundetrainer/Hundetrainerin ist kein staatlich anerkannter Beruf. Jeder kann sich so nennen, ob er sich nun fachlich weitergebildet hat, oder einfach seine sogenannte jahrelange Hundeerfahrung weitergibt.
Es ist schwierig, als Laie zu erkennen, ob es sich um eine gute Hundeschule mit seriösen und sich stetig weiterbildenden Trainerinnen und Trainern handelt. Ich habe deshalb ein paar Punkte auf einem Flyer zusammengetragen, welche Hundehaltenden eine Hilfe bei der Auswahl ihres Hundeausbildners/ihrer Hundeausbildnerin sein können. Die Datei kann unter den Downloads oder auch hier heruntergeladen werden.
Hilfsmittel
Im Rahmen meiner Ausbildung zur Hundetrainerin IDBTS (International Dog Behavior and Training School) haben alle eine Abschlussarbeit abgebeben. Das Thema konnte frei gewählt werden. Ziel war ein Flyer oder eine Broschüre, welche Hundehaltenden, Tierärzten oder in Petshops abgegeben werden kann.
Ich habe das Thema Hilfsmittel gewählt. Mir liegt viel daran, die Menschen auf die verschiedenen Hilfsmittel hin zu sensibilisieren. Massentrends lassen die Achtsamkeit gegenüber den Hunden oft einfach vergessen. Zum Download geht es hier entlang.
Die Broschüre sowie der Flyer dürfen für den Eigengebrauch benützt werden. Einen gewerblichen Vertrieb dieser beiden Dokumente ohne Rücksprache mit mir ist untersagt.
Und zum Schluss noch dies:
Fragt ein Hund den andern: “Wie heisst du denn?” “Fuss” antwortet er. “Und du?” “Nein”.
Mein Hund jagt – Jagdverhalten der Hunde
Zuerst möchte ich hierzu gleich einen Literaturtipp geben, das unerwünschte Jagdverhalten von Clarissa von Reinhard (s. Buchtipps).
Das Jagdverhalten gehört zu den Wesenseigenschaften aller Hunde. Sie sind in ihrem Herzen Jäger. Das Jagdverhalten kann aufgrund von Rassemerkmalen natürlich ausgeprägter sein. Und doch gibt es keine Regel ohne Ausnahmen. Es gibt typische Jagdhunderassen, die kein Interesse an der Jagd zeigen und es gibt Hunde, die nicht der Kategorie der Jagdhunde zugeordnet sind und trotzdem intensiv jagen. Oft steht das Jagdverhalten auch im Zusammenhang mit den Menschen, was lernen sie (oft unbewusst) ihren Hunden.
Die zur jagdlichen Arbeit eingesetzten Hunde lernt man, wie sie richtig im Dienste des Jägers jagen. Z.B. ein für den Apport ausgebildeter Hund bringt das Wild in weichem Fang dem Jäger zurück. Es gibt jagdliche Arbeitshunde, welche in ihren Familien leben und ausserhalb der Jagdsaison nicht jagen, also zwischen Arbeit und Freizeit gut unterscheiden können.
Wenn man einen Jagdhund als Familienhund wählt, sollte man sich gut über seine Veranlagung informieren. Es sollten auch nicht Hunde aus Arbeitslinien (spezielle Jagdhundezuchten) gewählt werden. Jagdhunde kann man ihren Anlagen entsprechend beschäftigen, ohne dass man mit der Flinte auf die Jagd gehen muss. Hierzu gibt es u.a. eine Form beschrieben im Buch Jagdhund ohne Jagdschein von Sabine Midlehauffe (s. Buchtipps)
Das Jagdverhalten ist abhängig von
- der Instinktsicherheit des Hundes (Zuchtlinie, Rasse)
- den Gelegenheiten zum Lernen durch Nachahmung
- den Augenblicken einer Gruppendynamik (gab es Gelegenheiten, bei welchen der Hund mit anderen Hunden gemeinsam jagen konnte)
- den Gelegenheiten, die sich ihm zum „Üben“ boten (z.B. ständiges Bällchenwerfen gehört da auch dazu).
- Aber auch eine Unterfütterung, ständige Hungergefühle, können zur Jagd animieren.

Bei den Hunden sind für die Jagd alle Sinne im Einsatz.
- Vorzugsweise werden zuerst die Augen eingesetzt. Bewegt sich etwas im Sichtfeld des Hundes, beginnt die Jagd. Viele Hundebesitzer beklagen sich darüber, dass ihre Hunde Katzen jagen. Eigene Beobachtungen haben mich gelehrt, dass vom Chihuahua bis zur Dogge eine Sichtjagt (sehen und dann hetzen) auch auf grössere Distanz möglich ist.
- Mit den Ohren wird das Rascheln oder Knacken von Ästen wahrgenommen und gibt den Hunden die Richtung von möglichen Beutetieren an.
- Die Nase wird verschieden eingesetzt. Ist das Wild in der Nähe, wird der Geruch mit hoher Nase aufgenommen. Folgt der Hund einer Fährt, ist die Nase auf oder etwas über dem Boden (ja nach frische der Fährte oder der Art, wie der Hund arbeitet).
Hundehalter, welche aufmerksam ihre Hunde beobachten, können alle vier Elemente der Sinneswahrnehmung bei ihrem Hund erkennen. Gutes Beobachten, auch auf dem Spaziergang, lohnt sich immer. Der Mensch muss ganz einfach schneller sein.
Jagdliche Zuchtlinien (Arbeitslinien) weisen verschiedene Arten des Jagens aus:
- das Rennen/Hetzen (Laufhunde – z.B. Bracke, Windhunde/Podencos)
- das Beutetragen (Apportierhunde – z.B. Retriever)
- das Aufstöbern (Stöberhunde – z.B. deutsche Wachtel, Cocker Spaniel)
- die Fährte (Schweisshunderassen)
- das Vorstehen, anzeigen des Wildes (z. B. Weimaraner, Magyar Viszla, Setterhunde)
- das Heraustreiben aus den Bauten (Erdhunde – z.B. Dackel, Parson/Jack Russell Terrier)
Das unerwünschte Jagdverhalten von nicht jagdlich geführten Hunden ist meistens die Hetzjagd auf ein Tier, welches vom Hund gesehen wird. Mit dieser Jagdform holt sich der Hund oft eine Selbstbelohnung, beschäftigt sich eigenständig. Es liegt also am Menschen, dass der Hund nicht ein solches Verhalten lernt. Artgerechte Beschäftigung, welche den (unerwünschten) Jagdtrieb im Hund nicht unnötig fördert, ist gefragt. Alle Spiele oder Sportarten, bei welchen der Hund einem Gegenstand hinterher jagen darf, fördern den Hetztrieb. Den Kick (eine Art von Belohnung), welchen er im Spiel erfährt, wird er sich auch bei lebenden Tieren holen, er wird da keinen Unterschied machen.
Ist man mit mehreren Hunden unterwegs, kann ein Hund eine Jagd mit dem ganze Rudel auslösen (auch wenn die anderen Hunde in der Regel nicht jagen (Rudeleffekt).
Hundehaltende müssen auf den Spaziergängen agieren, d.h. hohe Aufmerksamkeit, die Landschaft einschätzen, Windverhältnisse beachten und den Hund lesen können (nimmt er eine Spur auf, steht er vor, sucht er den Horizont ab, dann ist er u.U. bereits in seiner Jagd-Welt / ist er in stetigem freiwilligem Blickkontakt mit seinem Menschen, dann steht er in Beziehung zu seinem Menschen).
Eigene Ablenkungen liegen auf den Spaziergängen nicht drin, der Hund wird das nämlich sehr schnell bemerken, ob die Aufmerksamkeit ihm gilt oder etwas anderem. Zeigt ein Hund ein Jagdverhalten, ist er schneller weg, als uns lieb ist…

