Stress – Reduktion
Weniger tun, ist mehr! Dafür dann auf die Qualität für den Hund achten und die menschlichen Bedürfnisse in den Hintergrund stellen.
Wenn ein Hund stressbedingte Verhaltensauffälligkeiten zeigt, empfehle ich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Meistens ist es ja so, dass nicht nur der Hund gestresst ist, sondern sein Halter ebenfalls an Grenzen stösst, weil er mit dem Verhalten seines Tieres nicht mehr umgehen kann (wenn man gestresst ist, kann man nicht mehr klar denken – man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr).
Wir Menschen haben die Tendenz immer alle Probleme gleich auf einmal und möglichst schnell lösen zu wollen. Dabei ginge es eigentlich um kleine Schritte im Leben, an denen wir uns erfreuen dürfen und können, sofern wir bereit sind, diese kleinen Schritte anzunehmen und zu erkennen.
Mit fragwürdigen Hilfsmitteln, wie sie uns oft angepriesen werden, können allfällige Übersprungshandlungen, Verhaltensauffälligkeiten oder gar chronischer Stress nicht gesund abgebaut werden. Im Gegenteil, mit fragwürdigen Hilfsmitteln wird dem Hund wieder in einer anderen Form Stress zugeführt. Das Stressabbautraining wird längere Zeit in Anspruch nehmen, aber es wird sich für Hund und Hundehalter lohnen schon nur deshalb, weil es Hund und Mensch während des ganzen Prozesses als Team noch mehr zusammenbringen wird.
Stressreduktion ist ein Prozess (auch bei uns)
Stressabbau sollte in gleichen Stufen erfolgen, wie er aufgebaut wurde. Einen hoch gestressten Hund von einer Minute auf die andere ruhig zu stellen, würde wiederum Stress bedeuten. Einführen von konstanten Tagesabläufen, stressabbauenden Spielen (Nasen-/Kopfarbeit), vermeiden von aufregenden Situationen und zurückschrauben unserer eigenen Erwartungen an den Hund sind nur einige von vielen Massnahmen, welche zur Stressreduktion beitragen.
Nachstehende Grafik zeigt auf, wie viele Bereiche bei Stressabbau betroffen sein können.
(mit Klick auf die Grafik lässt sich eine PP-Seite öffnen)
Mit Führen eines Tagebuches können kleine Fortschritte erkannt werden. Kleine positive Fortschritte motivieren zum Weitermachen!
Weniger tun, ist mehr! Dafür dann auf die Qualität für den Hund achten und die menschlichen Bedürfnisse in den Hintergrund stellen.
Was heisst Qualität für den Hund? Ein Hund sollte wenn immer möglich Wahlmöglichkeiten haben. Wahl haben heisst für mich zum Beispiel, dass
- sich ein Hund zwischen Liegeplätzen entscheiden kann (z.B. in der Nähe seines Menschen liegen oder lieber zurückgezogen seine Ruhe haben),
- er sich auch mal auf einer Wegkreuzung für einen Spazierweg entscheiden darf,
- er seine Ruhe haben darf, wenn ihm danach ist.
- etc.
Mit dem Herzen die Bedürfnisse seines
Hundes erkennen und spüren können,
dass ist Qualität für einen Hund!
Stress heisst sowohl für Mensch und Hund: Anspannung, Druck, Belastung.


