Michele

Hundemantel

Brauchen Hunde einen Mantel? Eine Frage worüber Hundehaltende geteilter Meinung sind. Heute habe ich diesen Artikel gelesen.

XY rät davon ab, Hunden Wintermäntelchen anzuziehen. Diese sind bei gesunden Tieren weder artgerecht noch nötig. Damit Hunde ihre Körpertemperatur halten können, ist beim täglichen Gassigehen ein zügiges Tempo angebracht. So ist der Hund stetig in Bewegung und wird so auch nicht frieren.

Ich teile diese Meinung in keinster Weise:

  • Wenn man mit dem Hund Gassi geht, ist es keine Schande, sich dem Tempo des Hundes anzupassen. Ältere Hunde z.B. ziehen bestimmt ein gemächlicheres Tempo vor, ebenso Hunde, welche gesundheitliche Probleme haben wie z.B. eine starke Dysplasie, Arthrose, Arthritis etc. Auch Menschen, welche diese Krankheiten haben, haben mehr schmerzen, wenn sie der Kälte ausgesetzt sind (auch wenn sie viele Kleider tragen).
  • Einem Hund sollte immer Gelegenheit zum Schnüffeln gegeben werden. Spaziergänge, auf welchen der Hund ein zügiges Tempo anschlagen muss, nur damit er nicht friert, enthalten keine Qualität.

So verschieden die Hunderassen oder Mischungen sind, aus so unterschiedlichen Regionen kommen sie. Hunde aus südlichen Regionen neigen dazu, zu frieren. Sie sind sich Minustemperaturen, wie sie in unseren Breitengraden vorkommen, ganz einfach nicht gewohnt.

Es macht auch einen Unterschied, ob ein Hund Unterwolle besitzt oder lediglich kurze, glatte Haare oder gar keine Haare besitzt (es gibt ja auch Nackthunde).

Für mich ist es nicht artgerecht, wenn man Hunde in Breitengraden mit Temperaturen hält, die nicht ihrer Abstammung entsprechen und man nicht auf ihre Bedürfnisse eingeht, sei dies gesundheitlicher Art oder ihrem Alter entsprechend. Für mich heisst es immer, einen Hund beobachten.

Es ist sehr einfach zu erkennen, ob ein Hund friert oder nicht. Wenn er friert, darf ihm ruhig ein Mäntelchen übergezogen werden. Jeder Hund ist individuell!

Psychische Gewalt

Wir alle kennen sie, haben sie in unserem Leben bestimmt in irgend einer Form bereits erlebt, ob kleiner oder grösser, die psychische Gewalt. Es können kleine Manipulationen sein, die unter den Menschen oftmals unbewusst erfolgen, manchmal sind es aber auch ganz bewusste Manipulationen und Druck, welche bei einem Kind, aber auch bei einem erwachsenenm Menschen psychische Belastungen auslösen kann.

Ich habe hier ganz absichtlich zuerst vom Menschen geschrieben, so kann man sich besser in die Lage des Hundes versetzen. Das limbische System (die Emotionen) ist beim Hund identisch wie beim Menschen, dies ist wissenschaftlich belegt. Was bei uns negative Gefühle auslöst, ist beim Hund auch so.

Es hat sich vieles verändert in der Erziehung der Hunde, gerade was die physische Gewalt anbelangt stelle ich einen langsamen Wandel fest. Nicht überall, aber man darf auch das Positive sehen. Physische Gewalt ist sichtbar, deshalb wird sie von Hundehaltenden auch besser erkannt. Trainings mit Leinenrucken, groben Handlings am Hund, unfairen Hilfsmitteln, welche dem Hund schmerzen bereiten oder gar Hieben, Tritten oder den Hund auf den Rücken werfen werden heute nicht mehr von allen Hundehaltenden einfach so hingenommen wie noch vor einigen Jahren.

Die psychische Gewalt hingegen wird oftmals nicht erkannt, d.h. die Hundehaltenden reagieren zwar befremdet auf Vorschläge von Hundetrainern, führen die Trainingsmethoden dann aber trotzdem durch. Psychische Gewalt wird in der Hundeerziehung oft praktiziert, man kann sie sogar in Fernsehsendungen bei namhaften Hundetrainern entdecken. Solche Hundetrainer scheuen in der Regel auch nicht davor zurück, die Menschen unter Druck zu setzen, ihnen zu drohen, z.B. damit, dass sie sie nicht weiter betreuen (was auch eine Hilflosigkeit beim Trainer zeigen kann, weil er nicht mehr weiter weiss ohne seine “Methode”)

Nachstehend ein paar Beispiele:

Wie wäre das für uns, wenn

  • wir mehrere Tage nichts zu essen bekommen würden (selbst bei einer Diät dürfen wir essen…)?
  • wir tagelang ignoriert würden und uns damit jegliche Form von Liebe und Zuneigung entzogen wird?
  • wir unsere Mahlzeit Stück für Stück durch erfüllen einer Aufgabe, die uns vielleicht total zuwider ist oder gar Schmerzen bereitet, erhalten würden?
  • uns die Mahlzeit ständig wieder vor der Nase weggezogen würde?
  • wir keine Wahlmöglichkeiten haben würden und nur noch auf Befehl agieren dürften (reine Befehlsempfänger wären)?

In Abhängigkeit leben zu müssen, ist das eine (und das müssen unsere Hunde). Wenn diese Abhängigkeit aber bedeutet stetige Ungewissheit oder Unsicherheit zu haben oder gar in Angst vor Konsequenzen leben zu müssen, heisst das psychischen Belastungen ausgesetzt zu sein. Methoden in der Erziehung anzuwenden, welche solch negative Gefühle auslösen, sind höchst unfaire. Dies gilt für Kinder wie auch für Hunde.

Wer gerne Hundetrainingssendungen anschaut…Es lohnt sich beim Fernsehschauen auch mal tiefer hinzusehen, den Showeffekt wegzudenken. Es reicht die kleine Frage…wie würde ich mich an Stelle dieses Hundes fühlen. Natürlich kommt es vor, das Hundehaltende aus Unwissenheit Fehler begehen. Die Korrektur sollte aber nicht zu lasten des Hundes gehen und schon gar nicht beim Hund erfolgen. Es gibt andere Wege, die benötigen halt ein bisschen mehr Zeit und Geduld…

 

Revieren und mehr…

…reich durch Erlebnisse!

 

Strahlend blauer Himmel, angenehme Temperaturen, die Bäume in ihrem herbstlich goldenen Laub vor der Kulisse des Falknis. Eine Ferienwoche der besonderen Art.

Hund und Mensch haben die Zeit in ihrem Rhythmus verbracht. Egal welche Rasse, mit oder ohne Handicap, jung oder schon ein bisschen älter, alle durften in dieser Woche mitmachen.

Was ich einmal mehr erleben durfte, ist, dass es keine Grenzen gibt, wenn man den Hunden Zeit und Raum lässt. Anstelle von „Regelbüchern“ oder Methoden wird viel Wissen und Beobachtungsgabe eingesetzt sowie Achtung und Respekt gelebt. Jeder Hund durfte die Aufgaben auf seine Art und Weise angehen. Wie schnell Hunde doch lernen können, wenn man ihnen nur ein paar Minuten Zeit zum Denken schenkt. Kein Klicker, keine Pfeife, keine Kommandos, keine Unterordnungsübungen, dafür viel Lebensfreude und Spass bei den Hunden sowie Big Smiles bei den Menschen. Wir alle sind um ein paar Zentimeter gewachsen, haben als Gruppe gemeinsam die Freude mit unseren Fellnasen geteilt, wenn sie auf spielerische Art und Weise, anspruchsvolle Aufgaben mit Leichtigkeit lösten.

Möglich machten diese Ferienwoche Nicole Fröhlich und Renate Wicky von www.footstep.ch. Dank ihrem unermüdlichen Einsatz durften wir alle diese wunderschönen Tage erleben. Pausenlos haben sie uns diese Woche begleitet, waren da für Mensch und Hund und haben uns allen wieder sehr, sehr viel mit auf den Weg gegeben. Sie sind das Beste was es für Mensch und Hund gibt.

Ich bin reich, reich durch viele wunderschöne Erlebnisse mit Hund und Mensch.

 

Was macht der Mensch aus dem Hund

Wenn ich am Rande von Trainingsplätzen Hunde beobachte gehen mir immer wieder viele Fragen durch den Kopf. Schaut man bei der heute gang und gäben Hundeerziehung wirklich auf das wahre Wesen des Hundes? Wird auf seine Instinkte eingegangen? Welche Folgen hat es, wenn man versucht diese weg zu erziehen? Was passiert, wenn sein Ausdrucksverhalten kontinuierlich vom Menschen untergraben wird? Wird präventiv gearbeitet, oder versucht man eher den Hund klein zu halten? Sind Sitz, Platz und Fussübungen bis zum Gehtnichtmehr gut für eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Mensch und Hund? Oft wünschte ich mir, dass sich diese Fragen Hundebesitzerinnen oder Hundebesitzer stellen und sich nicht einfach mit „Dominanzsprüchen“ abspeisen lassen, wenn Ausbildner nicht mehr weiterwissen.

Das Leben mit einem Hund erscheint immer komplizierter. Hundegesetze, Vorschriften in den Gemeinden und all dies noch in jedem Kanton anders. Wer kann da den Überblick noch wahren. Die Menschen „müssen“ obligatorisch einen Hundekurs besuchen. Grundsätzlich wären diese Kurse nicht verkehrt, es hat sich sehr viel verändert in der Welt der Hunde, so dass auch langjährige Hundehaltenden von neuen Erkenntnissen profitieren können. Bedinung wäre da lediglich, dass nach neustem Wissen unterrichtet wird und nicht immer noch althergebrachte Methoden vermittelt werden.

Früher erschien das Leben mit Hunden viel einfacher und es war auch so. Bestimmt liegt es daran, dass es damals mehr Freiräume gab. Sozialisation mit Artgenossen musste ein Hund nicht auf einem Trainingsplatz lernen, man traute ihm da noch zu, dass er das bereits in seinen Genen hat. Bandscheibenschäden, Rückprobleme, Hyperaktivität und Verhaltensauffälligkeiten kannte man weniger – dies sind alles neuzeitliche Erscheinungsbilder. Da gab es aber all die Trainingsfelder wie Dogdance, Dogfrisbee, Flyball, Agillity etc. noch nicht. Die Menschen wurden in den letzten Jahren im „Hundesport“ immer aktiver und heute hört man als erstes immer „man müsse den Hund beschäftigen“. So geschieht es nicht selten, dass mit den Hunden viel zu viel in den falschen Bereichen gemacht wird, sie ständig in Aufregung sind und kaum mehr entspannen können.

Sind all die Sportarten wirklich im Sinne des Hundes? Hätte er eine Wahl, was würde er vorziehen: einen Hundesportplatz oder einen Spaziergang im Wald mit vielen interessanten Gerüchen zusammen mit seinem Menschen? Für mich steht ausser Frage, welche Wahl ein Hund treffen würde.

 

 

Angst vor Hunden

Eine weitere Abschlussarbeit aus der IDBTS-Ausbildung steht bereit. Maria Breitenmoser hat mir die Erlaubnis erteilt ihre Abschlussarbeit zum Gratisdownload freizugeben. Hier geht’s zum Download.

Gerne möchte ich aber noch ein paar persönliche Worte zum Thema mitgeben.

An die Hundehaltende

Verantwortungsvolle Hundehaltende sorgen dafür, dass sich niemand vor ihren Hunden fürchten muss. Die Worte „mein Hund ist ein ganz lieber“ nützen Menschen, die Angst vor Hunden haben, wenig bis gar nichts. Es gilt, darauf Rücksicht zu nehmen. Ohne Leine spazieren zu gehen und damit den Hund in erforderlichen Situationen nicht anleinen zu können, zeugt für mich von einer grossen Verantwortungslosigkeit. Es ist sehr schade, dass gerade durch diese Hundehaltenden dann alle in einen Topf gekehrt werden.

An die Nichthundehaltende

Hinter jedem Hund steht auch ein Mensch. Bei Begegnungen mit Mensch und Hund sollte immer zuerst der Mensch begrüsst werden. Dies ist leider sehr oft umgekehrt. Bevor man einen Hund einfach berührt, gehört zu einem respektvollen Umgang dazu, dass man zuerst die Haltenden fragt, ob das in Ordnung ist. Wir würden es wohl auch nicht in Ordnung finden, wenn jeder uns am Vorbeigehen noch rasch über den Kopf streicheln würde. Auch Hunde mögen einen respektvollen Umgang.

Kinder dürfen lernen, Respekt aber nicht Angst vor Hunden zu haben. Im Übrigen können nicht nur Hunde „gefährlich“ sein.