Sirius Hundeschule

Coaching von Mensch mit Hund und Verhaltensarbeit

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Wie lange darf ein Hund bellen? Diese Frage wird viel gestellt. Sie kommt oft daher, weil sich Nachbarn über Hundegebell belästigt fühlen können oder gar Reklamationen bei den zuständigen Behörden eingereicht werden. Gefunden habe ich aus unserem Gemeindeblatt diese Vorschriften:

Laut Art. 684 des ZGB muss kein Nachbar ein dauerndes Gebell von Hunden erdulden. Fur den Schweizer Tierschutz STS ist die Grenze des tolerierbaren Lärmes zudem überschritten, wenn der Nachbarshund täglich während rund einer Stunde bellt.

Wie lange darf ein Hund nun also bellen? Für mich ist die Fragestellung falsch. Die Frage sollte lauten: Wann ist das Bellverhalten für den Hund eine Belastung?

Die verschiedenen Arten des Bellens

Dazu gibt es ein Buch von Turid Rugaas, das Bellverhalten der Hunde (s. auch Literaturtipps) Eine kleine Zusammenfassung gebe ich aber gerne an dieser Stelle ab.

Das Bellverhalten des Hundes gehört zu seinem Ausdrucksverhalten wie die Körpersprache auch. Das Bellen ist eine Lautäusserung wie das Winseln, Knurren und  Heulen.
Einem Hund das Bellen zu verbieten käme einem Verbot zu sprechen bei den Menschen gleich. Die Frage ist immer die, wann und warum bellt ein Hund. In der Form der normalen Kommunikation ist ein Hundebellen in der Regel sehr kurz, dauert nur ein paar Sekunden (hier reagieren die Menschen wirklich oft einfach über, das ist ganz klar meine Meinung – schaut man, welchen Geräuschen man tagtäglich ausgesetzt ist, gehen die Beller der Hunde darin definitiv unter!).  Durch die Art des Bellens können Emotionen des Hundes herausgehört werden, wie z.B. Freude, Wut, Angst oder gar Stress. Dort wo es anhaltend erscheint, also stundenlanges Bellen oder heulen, geschieht dies aus einem Unbehagen des Hundes heraus und ist je länger es dauert umso schlimmer für ihn. Dies ist wohl auch ein Grund, warum der STS ein dauerndes Gebell von einer Stunde als nicht mehr tolerierbar erachtet.

Natürlich gibt es Rassen, welche bereits aus ihrer genetischen Veranlagung heraus bellfreudiger sind. z.B. Spitze, Appenzeller etc. wurden darauf hin gezüchtet ein gewisses Bellverhalten zu zeigen.

Ist das Bellverhalten tatsächlich ein Verhaltensproblem sollte man immer seine Ursachen  kennen und das Problem ganzheitlich angehen. Niemals aber sollte ein Hund für sein Bellverhalten bestraft werden!

Man spricht von 5 Formen im Bellverhalten:

  • Angstbellen zeigt sich oft in hohen Tonlagen vermischt mit hysterischem Winseln und Heulen. Damit verbunden sind oft auch noch hektische Aktivitäten des Hundes wie herumrennen, an Türen kratzen, etc.
  • Erlerntes Bellen zeigt sich in schnellem Bellen – Kläffen. Der Hund sieht sich dabei oft um, ob er von den Besitzern registriert wird.
    Ein erlerntes Bellen entsteht dann, wenn man dem Hund im falschen Moment in irgend einer Form Beachtung bzw. Aufmerksamkeit schenkt. Z.B. der Hund hat gebellt und er wurde darauf hin angesprochen oder gerügt. Der Hund lernte so, Aufmerksamkeit zu erhalten, wenn er bellt.
  • Verteidigungsbellen zeigt sich sehr klar durch die Begleitung eines unterschwelligen Knurrens. Der Hund bewegt sich vorwärts und ist in seiner Körperhaltung sehr angespannt (ev. noch aufgerichtete Nackenhaare). Etwas oder jemand muss aus Sicht des Hundes verteidigt werden.
    Verteidigungsbellen kann Rasseabhängig sein (Hütehunde), aber auch durch Futteraggression, Selbstverteidigung (man spricht hier oft von einem Vertreibungsbellen) oder Ressourcenverteidung entstehen.
  • Aufregungsbellen zeigt sich in kontinuierlich hoher Tonlage und wird immer wieder durch Winseln unterbrochen. Der Hund ist in Bewegung, dreht sich um sich selber, springt, versucht etwas in den Fang zu nehmen. In diesem Moment erwartet der Hund gewisse Aktivitäten wie z.B. auf den Spaziergang gehen zu können, Spass haben. In Begrüssungsritualen kann ebenfalls ein Aufregungsbellen entstehen.
  • Frustrationsbellen zieht sich endlos dahin, zeigt sich stereotyp und monoton. Endet oft mit Heulen. Frustrationsbellen ist stressbedingt und resultiert aus länger andauerndem Stress. In Tierheimen oder in Zwingerhaltung* kann man oft Frustrationsbellen beobachten. Das stereotype und monotone Gebelle/Geheul setzt den Hund in eine Art Trancezustand. Verhaltensformen wie Wundlecken, -beissen, Graben und sich im Kreis drehen sind nicht selten weitere Begleiterscheinungen.

Die voran beschriebenen 5 Bellverhalten sind dann ein Problem wenn sie oft und anhaltend auftreten – sich als Verhaltensauffälligkeit zeigen. Wenn der Hund ab und zu bellt ist das ein absolut normales Ausdrucksverhalten. Kann der Mensch die verschiedenen Bellverhalten unterscheiden, weiss er schon wieder etwas mehr über das Ausdrucksverhalten seines Hundes und kann ihm Unterstützung bieten. Ein entspannter Hund bellt weniger, weil bellen immer etwas mit Aufregung zu tun hat, sei dies positive oder negative Aufregung.

Toleranz ist ein sehr wichtiger Bestandteil im Zusammenleben mit Lebewesen. Dazu gehören Geräusche einfach dazu, sei dies nun eine kurze Sequenz bellen, ein Rasenmäher oder spielende Kinder.
Verantwortung für seinen Hund übernehmen, heisst auch respektvoll mit dem Umfeld umgehen. Wenn ein Hund viel bellt, wenn er alleine im Garten ist, muss man als Hundehalter die Zeit im Garten mit seinem Hund verbringen oder den Hund zurück ins Haus nehmen. Der Hundehalter trägt die Verantwortung für seinen Hund. Der Hund tut nur das, was aus seiner Sicht in dieser Situation völlig normal ist, nämlich bellen.

*Zwingerhaltung, neues Tierschutzgesetz: Hunde dürfen in Boxen oder Zwingern für längere Zeit nur paarweise oder in Gruppen gehalten werden (ausgenommen mit Artgenossen unverträgliche Tiere). Jedes Tier muss eine erhöhte Liegefläche und eine Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung haben.