Links gehen
Auf meinen Spaziergängen beobachte ich sehr viel, dass die Hunde links an der Leine geführt werden. Bei dieser Leinenführung handelt es sich immer um eine kurze Leinenführung, d.h. der Hund muss „Fuss“ laufen.
Die Menschen sind sich in der Schweiz gewohnt rechts zu laufen, es kommt mir fast ein bisschen vor, wie der Rechtsverkehr auf der Strasse. Kommt es dann zu einer frontalen Begegnung, müssen die Hunde neben einander kreuzen. Was ich hier beobachte, sträubt mir jedes Mal die Nackenhaare. Die Hunde versuchen an ihren kurzen Leinen krampfhaft zu beschwichtigen, weil ihnen der Raum für eine für Hunde normale Begegnung fehlt. Sie drehen den Kopf ab und verdrehen die Augen, so dass man die weisse Lederhaut zu sehen bekommt. Den Hunden wird jede Möglichkeit zum Bogenlaufen genommen.
Woher kommt dieses „der Hund muss auf der linken Seite laufen“?
Wer Begleithundkurse oder Obedience-Kurse besucht wird dies so lernen. Entstanden ist diese Führung in der Schutzhund-Szene. Der Grund. Die Dienstwaffe der Polizisten wird rechts getragen, die Hand muss frei sein, um an die Dienstwaffe greifen zu können (ich weiss jetzt nicht, wie das bei Linkshändern angewandt wird…???). Eine unsinnige Idee für alle zivilen Hundehalter! Diese bilden ja schlussendlich die Mehrheit in der Hundeführung.
Bei einer frontalen Begegnungen mit anderen Hund erleichtert man das Kreuzen, in dem man als Mensch dazwischenläuft und so das Splitting übernimmt. Führt man seinen Hund auf der dem entgegenkommenden Hund abgewandten Seite, erhält er zusätzlichen Raum um sein für ihn typisches Bogenlaufen zu ermöglichen. Eine Begegnung mit anderen Hunden kann so für beide Seiten entspannter erfolgen.
Bei Linkshalter-Begegnungen weiche ich mit meinem Hund in einem Bogen möglichst in den Wald oder auf die Wiese aus oder versuche mir die linke Seite des Weges ergattern. In diesem Falle führe ich meinen Hund dann auch auf der linken Seite. Dies geht ohne Problem, weil er nicht darauf trainiert wird, stur auf einer Seite zu gehen. Damit erleichtere ich meinem Hund, aber auch dem anderen Hund die Begegnung.
(Bilderquellen: Google)

